Die
Bank
Wieviele
Jahre es her ist, vermag ich nicht genau zu sagen. Nur eines ist
gewiß: 4 Beine waren`s und eine Bank. 2
Füße standen fest auf dem Boden und zwei Füßchen
baumelten kurz über der Erde; gleich den langen Zöpfen
auf den schmalen Schultern eines kleinen Mädchens.
Uroma und Urenkelin.
An Lebensjahren weit entfernt aber in der Seele fest verbunden.
Ja; Uroma! Die Daumen drehend beim Erzählen; mit langen weißen
Haaren und am Ende ...? Ja.
Am Ende wie eine kleine Prinzessin in einem viel zu großen
Bett.
An einem Tag vor vielen Jahren sie weise sprach: "Es macht
mir Sorgen, daß Dich ein Mann hinweg da nimmt und ...! Und
Du nicht mehr fröhlich wie ein Schmetterling von Blume zu Blume
hüpfst und Deine gestohlenen Engelflügel für immer
Dich auf die Erde zwingen; ohne Frohsinn, mit blassen Träumen
und schweren Lasten auf Deinen schmalen Schultern; mit Dehmut, Tränen
und auch Angst."Es macht mir Sorgen", meinte Sie.
Und! Und Sie sollte Recht behalten und ihre Sorge als düstere
Wolke am Himmel daher ziehen.
Es folgten Jahre schweren Unwetters und verregnete Sommer. Das kleine
Mädchen konnte nicht mehr in den Himmel steigen; zwar lachen
- doch zum Preis der Verdammnis am Boden verweilen.Sie liebte einst
das Leben und war der Lebensfreude reinster Quell. Des Nachts die
Last der Sehnsucht sie stets überkam.
Die Sehnsucht nach Umarmung und der Wunsch, in den Gedanken frei
zu sein.
Doch sie ergab sich ihrem Schicksal nicht. Und sie schrie es in
den Himmel: "Dies ist nicht mein Schicksal; dies nicht!"
Und sie machte sich auf den Weg ihre gestohlenen Flügel zu
suchen. Ein langer und steiniger Weg! Doch sie wußte: Ihr
Weg führt an ein Ziel; ihr Ziel.
Und nun?
Vor kurzem erst. Ja, vor kurzem sagte sie: "Es kommt jetzt
alles wieder zurück. Ich glaube, ich sitze wieder auf der Bank
und schaukel mit den Füßen ... ."
Und Bilder fliegen durch die Luft und Träume. Jede Nacht -
Träume.Und am Tag? Die Träume werden wahr ...
b.p. Juni 2004 - gedanken an ein kleines mädchen
...... wurden wahr,Bubi!
|