| Der Raumgleiter senkte seine Nase ... |
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Als
mein Raumgleiter seine Nase senkte und unter mir das Eis des Strelasund
zu sehen war, überkam mich ein eigenartiges Gefühl ...
Die Bevölkerung der Erde wurde nun schon seit 3 Monaten evakuiert. Riesige Transportraumschiffe der internationalen Zivilschutzbehörde hatten Millionen Menschen in die Glaxis Exponder-6 auf den Planten Alpha 3 verschifft. Im Raumfahrtzentrum in Melborne wartete man auf den Angriff der galaktischen Trojaner. Familien wurden auseinandergerissen. Frauen weinten und Kinder suchten ihre Mütter; die Männer waren im Krieg oder auf den Versorgungsschiffen unterwegs. Es war Winter; kalt und stürmisch. Auf der Backbordseite schien die Sonne und durchflutete meinen Pilotenkapsel. Mein Schiff senkte sich langsam und ich sah die Türme der 4 Stralsunder Kirchen wie Finger mahnend in Himmel zeigen. Wo mag sie sein ...? Meine Gedanken kreisten um meine Frau. Ich war seit 2 Jahren in der Raumfahrtflotte als Commander eingesetzt und hatte 7 Raumschiffe zu befehligen. Es war wenig Zeit an die Liebste zu Hause zu denken. Nun, da das Unheil kaum noch abzuwenden war, wollte ich sie suchen. War sie noch auf der Erde oder bereits auf Alpha 3. Wir hatten uns Liebe versprochen und wußten, daß wir trotz der Trennung immer beieinander waren. Uns hatte das Schicksal vor 10 Jahren zusamengeführt und ich weiß es: Das Schicksal wird es auch heute wieder fügen. Ich lenkte meinen Raumgleiter zwischen Wracks alter Containerschiffe und abgeschossener Raumschiffe hindurch. Stralsund war menschenleer und kalt. Aus den Berichten aus dem Raumfahrtzentrum wußte ich, daß Rügen unter Quarantäne stand und vollkommen kontaminiert war. Wo würde meine Elke warten? Ist sie noch hier? Ich wußte es nicht. Oder doch. Ich war ja hier um sie zu suchen - meine Frau von Weihnachten 1994. Als ich einen geeigneten Landeplatz ausgemacht hatte senkte ich den Gleiter langsam ab und öffnete die Notklappe. Ich warf mir eine alten aber warmen Mantel um und griff in das Staufach unter dem Pilotenknüppel. Ich fingerte nach einer alten Plastiktüte, öffnete sie und zog einen schmalen braunen Pelzkragen heraus. Ein Andenken an meine Liebe; sie schenkte ihn mir, als wir uns gerade 4 Wochen kannten. Nun trage ihn jetzt schon viele Jahre durch die Wirren des Krieges. Als ich meine Schritte durch das Hafengelände lenkte sah ich die alte Werkstatt im Stralsunder Hafen. Erinnerungen kamen hoch ...! Ich öffnete die alten sperrige Tür und betrat den Raum. Die Scheiben waren zerborsten und es zog an allen Ecken. Doch ..., doch, was war das? Es roch nach verbranntem Holz und verrotteten Lumpen. Ich schob alte Tische und Stühle beiseite und drang bis in den hintersten Raum vor. Neben einem kleinen sich kaum noch ernährenden Feuer saß eine Frau in Decken gehüllt. Ohne daß ich es wissen konnte sagte ich: "Elke!" Sie drehte sich um und mir schossen die Tränen in die Augen. Meine Elke. Elke hatte keine Kraft mehr sich zuerheben. Ich ließ mich neben sie nieder und griff nach ihrer Hand. Meine Hand. Sie war so schön wie vor vielen Jahren. Ich öffnete meinen rechten Arm und nahm sie an meine Schulter. Wir sagten nichts. Wir weinten nur. Ganz leise; und schauten uns in die nassen Augen. Wir hatten gewußt, daß uns das Schicksal wieder zusammenführen würde. Wir weinten und schliefen mit viel Wärme im Herzen ein. Ich hatte sie gefunden - meine Liebe! ..... b.p. Januar 04 |
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