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Der
Lindenbaum
Am Brunnen vor dem Tore da steht ein Lindenbaum.
Ich träumt in seinem Schatten so manchen süssen Traum.
Ich schnitt in seine Rinde so manches liebes Wort.
Es zog in Freud und Leide. zu ihm mich immer fort.
Ich mußt auch heute wandern vorbei in tiefer Nacht.
Da hab ich noch im Dunke die Augen zugemacht
Und seine Zweige rauschten, als riefen sie mir zu:
"Komm her zu mir, Geselle.Hier findst du deine Ruh"
Die kalten Winde bliesen mir grad ins Angesicht.
Der Hut flog mir vom Kopfe, ich wendete mich nicht.
Nun bin ich manche Stunde entfernt von diesem Ort.
Und immer hör ichs rauschen: "Du fändest Ruhe
dort"
Franz Schubert 1827 *** Wilhelm Müller
1794-1827
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